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Aktualisiert: 28. Aug 2019

Unser triumphaler Urlaub nach Marsa Alam – Teil 1

Spontan haben wir unseren Urlaub über das Reisebüro gebucht. Das Hotel und der Urlaubsort waren uns bis zur Buchung noch unklar. Das Ergebnis: Ägypten, in das Hotel Flamenco Beach Resort in Marsa Alam. Ich möchte Euch unsere Erlebnisse nicht vorenthalten und werde nachfolgend in mehreren Teilen darüberschreiben. Der erste Teil beschäftigt sich mit der Hinfahrt und dem Transfer zum Hotel.


10 Uhr morgens, unser Zug fährt vom Bahnhof Cuxhaven Richtung Bremen Hauptbahnhof. Wir sind gutgelaunt und freuen uns auf den Start in den wohlverdienten Urlaub. Eigentlich dürfte nichts passieren, denn unser Urlaub ist durchgeplant. Zu diesem Zeitpunkt war uns zum Glück nicht bewusst, was noch alles auf uns zukommen wird.

12 Uhr, wir steigen mit unseren Koffern am Bahnhof Bremen aus, um eine Kleinigkeit zu essen. Zügig geht es zum nächsten Zug Richtung Düsseldorf, von dort wird der Flieger nach Hurghada fliegen.


Wir steigen schwer bepackt in den Waggon ein und haben einen super Platz gefunden in dem wir die nächsten 3 Stunden verweilen können. 15 Minuten später tippt uns eine Frau an: ,,Dies ist mein Platz!", keift sie. Wir haben überhaupt nicht auf dem Schirm, dass man sich Plätze reservieren kann. Die Suche begann, ein Platz nach dem anderen ist reserviert, der zweite Waggon – alles reserviert, der dritte - reserviert, usw.… Wir haben den ganzen Zug nach Plätzen abgesucht, nicht mal einzelne Plätze waren frei. Uns blieb nur noch ein Zwischen-Waggon vor den Toiletten zum Bleiben. In dem Waggon waren mittlerweile 35 Grad und eine Schaffnerin drängelte sich hektisch an uns vorbei. Neugierig lauschten wir Ihrem Telefonat: ,,In dem Wagen 7 ist die Klimaanlage ausgefallen, ich muss den Waggon räumen!“ Über 50 Leute hatten nun ebenfalls keinen Sitzplatz und wurden bereits auf reservierte Plätze verteilt. Mittlerweile sind wir vor den Toiletten 8 Personen und uns läuft der Schweiß von der Stirn. Nach 1,5 Stunden ein Lichtblick! Ich sehe eine Gruppe von Leuten die Ihre Sachen packten. Schon fast fliegend eilte ich zu Ihnen hin und fragte ob Sie aussteigen würden. Die Antwort: ,,Ja". Ich schmiss meine Tasche auf die Sitze, sprintete zu meinem Freund und holte mit ihm zusammen die Koffer. Endlich einen Sitzplatz. Das blöde, in dem Waggon fiel ebenfalls nach kurzer Zeit die Klimaanlage aus. Egal, aushalten ist angesagt. Wir lauschen nach 3 Stunden der Durchsage: ,,Die nächste Haltestelle ist, Düsseldorf Hauptbahnhof." Wir packen langsam unsere Sachen und schlendern zu den Türen. Dann eine erneute Durchsage: ,,Die Einfuhr in den Hauptbahnhof wird sich um 30 Minuten verlängern." Wir hatten ohnehin schon um die 20 Minuten Verspätung. Total hungrig und genervt können wir nun endlich aus dem Zug aussteigen. Der erste Weg führte schnurstracks in einen Pizza Laden um unseren Hunger zu stillen.

Gestärkt und motiviert laufen wir zum Bahnsteig von welchen wir eine Station zum Flughafen fahren. Zu früh gefreut – Terror Warnung! Uns kommt eine panische Menschenmenge die Treppen entgegen, wir konnten gar nicht so schnell gucken, wie wir schon mitten drin waren. Alle wurden aufgerufen den Bahnhof umgehend zu verlassen. Mein Freund und ich machen uns schon Gedanken wie wir auf anderen Weg zum Flughafen kommen, bis irgendwann ein Obdachloser die Menschenmenge wieder rein rief und meinte, dass es sei nur Mehl gewesen sei. Fehlalarm. Keine einzige Durchsage vom Bahnhof selber … traurig. Wir eilen zum Bahnsteig, um noch die Bahn zu bekommen. Zum Glück hatte selbst die, eine halbe Stunde Verspätung.

Knapp 2 Stunden bevor unser Flieger startet, stehen wir endlich in der Schlange vor dem Check-in. Zum Glück hatten wir vor uns eine sehr unterhaltsame Patchwork Familie. Der Vater versuchte uns zwei seiner Kinder anzuquatschen, damit er sich nur noch um zwei kümmern müsse. Bis zur Landung meinte er: ,,Jetzt habt Ihr noch die Chance, eure Beziehung auf die Probe zu stellen." Wir lachten herzlich und lehnten dankend ab. Nach einer Stunde kamen wir endlich an den Schalter und stellten unsere Koffer auf die Wagen. Ein Glück, in beiden ist nicht mehr als 20 kg und wir geben zuversichtlich unsere Reisepässe der Dame. Sie guckt ernst und starrte in Ihren Computer. Nochmal einen Blick in den Reisepass und wieder in den Computer. Es schien so, als würde Sie unsere Namen nicht finden. Uns ging schon die Pumpe, bis sie uns eines Glücks die Check-In Daten überreichte und uns einen guten Flug wünschte. Mit dem Schrecken davongekommen, kurz in der Parfümerie eingedieselt und in der Schlange der Sicherheitskontrolle stehend, legen wir nochmal unsere Check-In Unterlagen vor. Der nette Herr am Schalter nahm unsere Tickets und scannte sie ab. "Ungültig", er versuchte es erneut, "Ungültig". Ich schaue ihn panisch an und er meinte nur ganz locker: ,,Ach alles gut, wir haben die Meldung das Ihr Flug gestrichen ist, aber die Fluggesellschaft meint, dass sie trotzdem fliegt. Ich wünsche Ihnen einen guten Flug!" Das ist ja eine total beruhigende Meldung ... ich merkte wie mein Blutdruck anstieg. Wars das mit dem Urlaub?

Von der Menge heran getrieben kamen wir zügig durch die Sicherheitskontrolle und konnten uns in Ruhe über den hohen Preis einer Wasserflasche beklagen. Wir hätten es bei weitem nicht gedacht, aber wir saßen tatsächlich pünktlich im Flieger. Doch leider nicht alle Passagiere. Unser Flieger startet mit einer Stunde Verspätung, besser konnte es nicht laufen. Das Flugzeug startet in die Lüfte und ein penetrantes Geräusch, welches einer Kettensäge gleicht, stieß uns in die Ohren. Kreidebleich und mit mulmigem Bauchgefühl hofften wir, dass dieses Angst einflößende Geräusch bald aufhörte. Schräg hinter uns erlitt eine junge Frau eine Panikattacke, alle Passagiere schauten sich skeptisch und nervös um. Wir flogen über Nacht, die Müdigkeit stieg immer mehr in uns auf, doch in dem Flugzeug zu schlafen, war unmöglich. Ich habe noch nie in einem Flugzeug solch ein schreckliches Geräusch zu Ohren bekommen und war froh, dass wir nach 4,5 Stunden Flug endlich in Hurghada landeten. Wenige Minuten später standen wir auch schon vor dem Gepäckband. Von weiten sah ich meinen pinken Koffer schon auf dem Laufband kreisen, doch den blauen meines Partners konnten wir nicht sichten. Ein Koffer nach dem anderen wurde aus der dunklen Höhle aufs Laufband geworfen. Die Passagiere schmissen sich wie Geier auf Ihre Koffer, welches mich stark an meinen Beitrag "Flugsaurier der Nordsee" erinnerte. Wir warteten und warteten. Ich sah die Panik in den Augen meines Freundes, der immer noch ohne Koffer dastand. Mittlerweile warteten wir schon über eine halbe Stunde, doch von dem blauen Koffer, keine Spur. Ich sagte beruhigend zu ihm: ,,Ach mach dir nichts draus, deine Badehose habe ich im Handgepäck!". Doch tatsächlich fand er es nicht so witzig, wie ich von mir behaupten kann. Der letzte Koffer, den das dunkle Loch ausspuckte, war der Koffer meines Gefährten. Schnell eilten wir zum Ausgang und suchten unseren Bus zum Hotel. Es ist bereits 3 Uhr nachts und wir sind müde und erschöpft.

Vorab erkundigten wir uns, wie lange der Transfer zum Hotel nach Marsa Alam dauern würde, als Antwort bekamen wir: ,,1 bis 1,5 Stunden". Wir brachten einen Gast nach dem anderen in Ihr Hotel und waren die letzte Anlaufstelle. Die Straßen waren huckelig und dunkel. Es gab keine Verkehrsschilder und so richtige Verkehrsregeln gab es meines Erachtens auch nicht. Wir fühlten uns, als würden wir im Kreis fahren. Der Bus schüttelte uns durch, sodass wir keine Möglichkeit hatten einzuschlafen. Viel zu groß war die Angst beim nächsten Huckel mit dem Kopf gegen die Scheiben zu klatschen und einen Genickbruch zu erleiden. Und ganz ehrlich – dies ist nicht im übertriebenen Sinne gemeint! Mittlerweile waren wir 2 Stunden unterwegs und sahen um 5 Uhr morgens den Sonnenuntergang aus der Fensterscheibe aufgehen. Die Klimaanlage pustete uns um die Ohren und es war schwierig die Augen offenzuhalten. Von weiten sah ich eine Stadt, mit der Hoffnung, dass wir nun endlich da seien. Falsch gedacht, nach drei Stunden Busfahrt standen wir vor dem Hotel Flamenco Beach Resort im nirgendwo. Ich dachte nur noch an mein Bett und endlich schlafen zu können. Doch ist es sinnvoll um 6 Uhr morgens schlafen zu gehen, obwohl die ersten Gäste schon aufstehen und sich die besten Liegen am Pool mit einem Handtuch reservierten?


Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits 20 Stunden auf den Beinen, wir unterschrieben die wichtigsten Unterlagen wie in Trance und wurden zu unserem Hotelzimmer gebracht. Ich freute mich auf mein Zimmer mit Meerblick, wofür wir im Vorfeld extra bezahlt hatten. Doch es war sehr verwundernd, als wir einen Stock tiefer liefen. Wir schauten uns skeptisch an und teilten den gleichen Gedanken. Der Mitarbeiter öffnete die Tür zum Hotelzimmer, als wäre es das Tor zum Himmel. Ich ging schnurstracks zu der Balkon Tür und stellte mit erschrecken fest, dass wir ganz unten waren, mit Blick auf Büsche und den Ausgang vom Hotel. Ich beschwerte mich umgehend bei dem Mitarbeiter und verlang ein anderes Zimmer. Jedoch meinte er nur: ,,Das geht jetzt nicht, Sie müssen um 10 Uhr mit dem Hotelmanager sprechen.“ Genervt und enttäuscht vielen wir in die zwei Einzelbetten und machten kurz die Äugelein zu. Nach drei Stunden erblickten wir wieder das Licht und eilten nach dem Frühstück, mit unseren Koffern, zur Rezeption, um ein neues Zimmer ergattern zu können. Sauer sprach ich mit dem Manager. Umgehend kümmerte er sich um ein neues Zimmer und tatsächlich, Meerblick. Ich war verliebt, so kann der Urlaub nach dem Horror Trip nun endlich erholsam starten.


In den weiteren Teilen, die nach und nach online kommen, berichte ich über unsere Erlebnisse im Urlaub. Um auf dem Laufenden zu bleiben, kannst Du mir gerne auf Instagram unter Elberfrischung folgen. Hast Du auch schon mal solch eine komplizierte Hinreise in den Urlaub erlebt? Wir dachten tatsächlich, dass wir nie im Hotel ankommen werden, doch Gott sei Dank, ging doch alles zum Schluss gut. Bis zum nächsten Beitrag, lasse doch gerne ein Like und ein Kommentar da!


Frische Grüße vom Roten Meer,

Min Deern.






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