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Unser triumphaler Urlaub nach Marsa Alam – Teil 2


Nach bereits wenigen Tagen in Ägypten haben wir spontan einen Tagesausflug in die Wüste gebucht. Die Tour beinhaltete einige interessanten Aktivitäten bis in die Nacht hinein. Wir waren uns schnell einig und der nette Herr, welcher mit seiner Liste am Strand von Gast zu Gast lief, hatte erstaunlich schnell unsere Unterschrift. Man kann meinen, dass wir überhaupt nicht zu beeinflussen sind .. neeeiiinn.

12 Uhr, Treffpunkt unter einem Baum an einer Holzhütte. Wir sind ausnahmsweise mal die ersten. Nach kurzer Zeit kam uns ein weiteres Pärchen entgegen. Wir dachten: ,,Was sind das denn für welche?" Im Partnerlook, hoch motiviert und total sportlich, als würden Sie eine Wanderschaft anstreben. Wir hingegen haben ein schlapper Shirt, Sneakers und eine Jogginghosen an. Sie fragten uns auf Anhieb ob wir dieselbe Tour machen würden und ob wir ebenfalls so motiviert sind. Und im Voraus kann ich schon sagen, wir haben uns auf Anhieb blendend mit Ihnen verstanden! Sie sind genau so durchgeknallt wie wir und auch wenn wir nicht mehr in Ägypten sind, pflegen wir weiterhin Kontakt zu Ihnen. Liebe Grüße an euch!

Vom Hotel aus wurden wir mit einem Jeep zu einer Sammelstation gebracht. Dort mussten wir einen Augenblick verweilen. Die Hütte war ausgekleidet mit orientalischen Teppichen. Wir saßen auf kleine Bodenkissen, welche im arabischen Sprachgebrauch Pouf heißen. Es war schön gemütlich und man hat sich heimisch gefühlt. Zwar waren um uns herum Hunderte von Leuten und Reiseführern, jedoch viel mir dies nicht auf. Ich war fasziniert von den vielen Farben und der Tradition, dass alle in der Hütte ihre Schuhe ausziehen mussten. Doch Plötzlich, kam ein bärtiger Mann mit einem langen weißen Gewand und einem Turban auf uns zu. Er konnte ein bisschen deutsch sprechen und jedes zweite Wort welches er aussprach war: ,,Tamam", was so viel wie Okay oder in Ordnung bedeutete. Er erklärte uns, was wir den Tag über machen werden, den groben Ablauf und das er unser Guide sein wird. Unsere Gruppe war toll, denn wir waren alle ungefähr in einem Alter, sprachen deutsch und waren ziemlich gut drauf.

Von der Hütte aus ging es mit einem Jeep weiter zu einem Wasserloch mitten in der Wüste. Es war sehr interessant, ein ungesichertes Loch im Boden zu sehen, welches ungefähr 35 meter tief ist. Kurz ein paar Gruppenfotos geschossen, ging es auch schon weiter. Die Fahrt ähnelte einer Achterbahn. Ständig ging es hoch und runter. Wir wurden durchgeschüttelt und konnten uns lediglich alle an einer Stange festhalten. Wahrscheinlich hatten wir auch den Rowdy unter den Fahrern erwischt, aber um ehrlich zu sein, hat es tierischen Spaß gemacht.

Die Endstation war ein Beduinendorf, in dem wir alle weiteren Aktivitäten machen werden. Begrüßt wurden wir mit einem Glas schwarzen Tee. Auf weiteren Bodenkissen durften wir eine kleine Pause einlegen und darauf warten, dass wir die nächste Station in dem Dorf anlaufen können. Fast alle Personen die sich auch in der Sammelstelle befanden, sind nun hier angekommen. Aber trotz der Masse an Menschen, muss ich sagen, dass es einem nicht auffiel. In dem Beduinendorf gab es 8 Stationen und alle Gruppen wurden so koordiniert, dass sie sich nicht in die Quere kommen. Nach der kleinen Tee Pause ging es zu einer einheimischen Frau, die für uns Fladenbrot aus Wasser, Salz und Mehl backte. Es war sehr interessant wie schnell und mit was einer Technik sie dort auf dem Boden zusammen mit Ihrer kleinen Feuerplatte saß. Links daneben lag Ihr Baby. Wir schauten ihr dabei zu, während Mohammad unser Guide, uns alles wissenswerte erzählte. Sie war eine zierliche Frau, die Ihr Gesicht mit einem Schleier gegen den Rauch verdeckte und ich war froh nicht solch eine Arbeit ausführen zu müssen.

Die nächste Station befand sich bei den Kamelen, meinem eigentlichen Highlight. Uns stand eine kleine Kameltour bevor. Im Vorfeld fragte ich wie lange diese wohl gehen werde und bekam als Antwort 10-15 Minuten. Doch letztendlich wurden wir jeweils auf das Wüstenschiff gesetzt, gingen 10 Meter hin und 10 Meter wieder zurück und durften wieder Absteigen. Das Ganze hat nicht mal 3 Minuten gedauert. Schade, aber zumindest gibt es Bilder von diesem schönen Augenblick. Nachdem die ganze Gruppe, mit 3 Kamelen abgeklappert wurde, ging es auch schon weiter.

Die folgende Station, war die Hauptaktivität der Tour und wohl möglich auch das unvergesslichste. Haltet euch fest, jetzt kommt etwas, was nur mir passieren kann. Im Vorfeld kann ich sagen, dass ich wohl mögliche einer der tollpatschigsten Personen auf der Welt bin. Es folgt die Quad Tour durch die Wüste. Jeder bekam ein Quad zugeteilt und eine kurze fahrige Einweisung. Ich muss gestehen, dass ich noch nie auf solch einem Ding gefahren bin und dachte, dass es einfach sein würde. Dankend lehnte ich auch noch den Helm ab um cool zu wirken, da keiner einen Helm trug. Verschleiert mit einem Shemag (einem Turban ähnlichen Tuch), um uns vor Staub und Wind zu schützen, ging es auch schon los. Wir fuhren in einer Schlange, ich war ungefähr die 5. in der Reihe und zunächst ging auch alles gut, da wir nur gerade aus fuhren. Da kam die erste kurve, ich lenkte und baute nach nicht mal 50 Metern den ersten Unfall. Die 5 Betreuer die rechts und links neben uns fuhren zogen mich raus. Ich dachte schon ich dürfe nun nicht mehr mit fahren, doch ich sollte nur als letztes fahren um niemanden zu behindern. Ich versuchte zu fahren wie ein Weltmeister, doch ich kam nicht hinter her. Die anderen waren mir meilenweit voraus, sodass ich sie nicht mal mehr sah. 3 Betreuer fuhren bei mir und die anderen 2 bei meiner ursprünglichen Gruppe. Ich will ja nichts sagen, aber könnt Ihr euch vorstellen wie peinlich es ist, das eine Gruppe von 14 Personen nur 2 Betreuer braucht und ich alleine 3? Es war ziemlich peinlich. Sie fragten mich ob alles gut sei und ich versuchte es wirklich, bis ich fast eine Klippe hinunter bretterte. Ich sagte nur:,, Ich kann das nicht so gut". Ich musste unverzüglich absteigen und dachte, dass ich jetzt wirklich nicht mehr mitfahren darf und zurück in das Dorf gebracht werde. Doch zu meinem Glück bekam ich ein anderes Quad. Das gute? Ich saß nicht mehr alleine darauf, sondern ein Betreuer setzte sich schräg hinter mir auf das Quad und lenkte mit nur einer Hand. Meine Aufgabe: Nur Gas geben und genießen. Ich sag euch, das war das Beste was mir je passieren konnte. Irgendwann holten wir die Gruppe endlich wieder ein. Diese durfte weiterhin nur in einer Reihe fahren, nicht zu schnell und nicht driften. Da ich aber den Betreuer hinten drauf hatte, zählte dies nicht für mich. Wir bretterten an der Gruppe vorbei, das Quad sprang durch die Hügelige Landschaft und ich schrie wahrscheinlich durchgängig. Mein Freund, fragte sich bereits wo ich denn bleibe, bis er mich schreiend an sich vorbei zischen sah. Ich dachte mir:,, Frisst meinen Staub!" Ich hatte echt Angst und habe wirklich durchgängig geschrien, aber es hat so Spaß gemacht. Vor Angst hörte ich immer wieder auf Gas zu geben, bis ich von hinten hörte: ,, Gib Gas, gib Gas, gib Gas!" Er hat mich getriezt und ich habe tatsächlich meine Angst vor dem Vieh überwunden. Zum Schluss hörte er auf zu lenken, was ich aber nicht mit bekam, da ich so konzentriert war. Also kann ich sagen: ,,Ich bin selbst gefahren - zwar nur 20% der Strecke, aber selber!" Alle beneideten mich und ärgerten sich warum sie nicht einfach so getan haben, als würden sie es nicht können. Es war mein neues Highlight und die Bildliche Vorstellung von dieser Situation ist einfach göttlich.

Wieder im Dorf angekommen gab es eine kurze Pause mit kalten Getränken. Wir waren komplett dreckig, aber auch kaputt vom Adrenalin. In einem kleinen Häuschen wurden uns noch einige Schlangen beim Namen vorgestellt, die in der Wüste leben. Danach ging es wieder in ein orientalisches Zelt, welches mit Teppichen und Sofas ausgeschmückt war. Uns wurden Kräuter, Salben und Parfums vorgestellt, welche wir hätten kaufen können. Da uns aber alles für einen super Freundschaftspreis angequatscht wurde, lehnten wir dankend ab. Der nächste Gang begab sich auf einen Berg, um von dort aus den Sonnenuntergang zu beobachten. Aber um ehrlich zu sein schafften wir nur die Hälfte, machten ein paar Fotos und kletterten wieder nach unten.

Die Abendstimmung brach ein und mit sich der Hunger. Es wurde ein leckeres und großes Buffet aufgebaut. Und ich mochte erstaunlich viel davon. Ich muss zugeben, dass ich mich im Urlaub die meiste Zeit von Reis, Salat und Nudeln ernährt habe, aber ich kam klar. Mit vollem Magen bekamen alle eine Shisha. Eigentlich bin ich immer streng gegen Shisha rauchen gewesen, doch in Ägypten habe ich tatsächlich meine erste Shisha geraucht und mich gefreut wie ein Kind. Die Shisha ist eine Wasserpfeife mit historischem Ursprung im arabischen Raum, also kann ich dort auch das erste Mal eine probieren. Gemütlich lagen wir mit unseren neu gewonnen Freunden auf einer Couch, rauchten die Wasserpfeife und schauten der orientalische Show zu. Mittlerweile war es 20 Uhr, die Sonnen ist bereits untergegangen und zum krönenden Abschluss wurde uns eine Feuer Show mit einem Scooter Lied präsentiert. Die Stimmung war einzigartig und allein für dieses Feeling hat sich die Tour gelohnt, auch wenn vieles nicht so gelaufen ist wie erhofft.

Nach der Show ging es auf direkten Weg wieder ins Hotel, alle waren müde und kaputt, denn immerhin ging die Tour auch 10 Stunden.


Ich kann dir nur empfehlen, wenn du in Ägypten bist, mach unbedingt eine Wüstensafari, aber lass dich nicht abzocken! *ZWINKER*

Ich hoffe du musstest genauso beim lesen schmunzeln, wie ich beim schreiben. Warst du schon mal in Ägypten und hast solch eine Tour erlebt? Berichte mir gerne in den Kommentaren davon und lass ein Like da. Danke fürs lesen und bis zum nächsten mal.

Frische Grüße vom roten Meer,

Min Deern.








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